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Lederarten, Leder-Lexikon

Lederarten

Lederarten

Leder gehört zu den ältesten von der Menschheit verwendeten Materialen. Schon in der Frühgeschichte diente es den Menschen als Schutz vor Wind, Kälte und Verletzungen. Das ist auch heute noch so, jedoch liegt der Schwerpunkt heutzutage auf der modischen Optik und dem Ausdruck von Lifestyle.

Leder ist ein einzigartiges Naturprodukt. Es ist ein geschmeidiges, ziemlich festes und haltbares Material. Gute Leder sind relativ undurchlässig für Wasser. aber trotzdem atmungsaktiv. Entscheidend für die Qualität sind: Dichte/Gewicht des Leders, Reißfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit, Dehnbarkeit, Schrumpfverhalten und Lichtbeständigkeit.

Der Herstellungsprozess für Leder ist sehr aufwändig. Zuerst werden die Rohfelle getrocknet (Salz). Anschließend werden die Roffelle enthaart und entfleischt. Nun folgt die Gerbung (meist auf Pflanzenbasis). Nach dem Gerben weist das Leder eine raue und eine glatte Seite auf. Die raue Seite bezeichnet man als Fleischseite und die glatte Seite als Narbenseite. Das Leder hat nun seine arttypische Oberflächenstruktur erhalten. In verschiedenen Verfahren kann das Leder noch weiter behandelt oder veredelt werden. Nach dem Durchlaufen aller Fertigungsschritte entsteht das Endprodukt.

Gute Leder sind Anilin oder Semi-Anilin gefärbt. Als Anilin bezeichnete Leder werden mit wasserlöslichen Anilinfarbstoffen durchgefärbt. Dadurch bleibt die natürliche Oberfläche mit all ihren Falten, Narben und Unebenheiten erhalten und gibt dem Leder eine ausdrucksstarke Optik. Dieses Färbverfahren ist sehr teuer, weil das Leder komplett durchgefärbt werden muss. Viele Leder erhalten nur einen Pigment- oder Deckfarbenaufstrich. Bei diesen Verfahren wird das Leder einfach "übergespritzt" und Sie wissen eigentlich nie, was sie da kaufen, denn unter dem Aufstrich können sich sehr minderwertige Leder verbergen.

Ledersorten

Büffelleder: ist sehr haltbar und strapazierfähig. Hat oft eine etwas derbere Oberflächenstruktur. Bei Leder aus Büffelhäuten handelt es sich meistens um asiatische Wasserbüffel und natürlich nicht um die geschützten Bisons der nordamerikanischen Prärie.

Nubukleder: unter Nubuk versteht man ein festes, narbenseitig geschliffenes Leder mit samtiger Oberfläche. Dieser Effekt entsteht durch den Schleifstaub. Nubuk verändert seine Optik im Laufe der Zeit und erhält so seinen einzigartigen Charakter.

Nappaleder: ursprünglich ein weiches, vollnarbiges und durchgefärbtes Leder. Heute die allgemeine Bezeichnung für alle griffigen, glatten Ledersorten.Durch die glatte Oberfläche ist Nappa sehr pflegeleicht.

Anilinleder sind mit Anilinfarbstoffen durchgefärbte Leder. Es ist ein offenporiges Glattleder ohne Farb-Pigmentschicht, das die natürliche Beschaffenheit der Lederhaut erkennen lässt und als sehr teure und wertvolle Leder gelten. Für Anilinleder kommen nur makellose Häute in Frage, da die Oberflächenstruktur des Leders komplett sichtbar bleibt.

Lammleder: ist besonders weich und edel im Aussehen. Es kommt von jungen Schafen. Da sich die Tiere noch nicht lange in freier Wildbahn aufhielten, ist die Oberfläche meist frei von Narben und anderen Gebrauchsspuren.

Velourleder: wird allgemein als Wildleder bezeichnet und hat eine rauhe Oberfläche (Fleischseite).

Antikleder/Used/distressed: ein Leder, dass in der Herstellung besonders bearbeitet wurde, um den Artikel einen "gebrauchten" Ausdruck zu geben. Abgeschliffene Kanten oder Farbunterschiede im Leder sind die Hauptmerkmale. Dabei wird das Leder natürlich schonend behandelt und nicht beschädigt.

Hirschleder: meist aus USA/Kanada und zählt zu den teuersten Leder. Sehr weich,von hoher Qualität und extrem haltbar.

Lederpflege/Tipps

Meßanleitungen